Études Studio
ÉTUDES STUDIO : DAS PARISER KOLLEKTIV, DAS ZWISCHEN KUNST & MODE PENDelt
VOM GRAFFITI IN DEN KALENDER DER FASHION WEEK
Alles beginnt in der Nähe von Grenoble, zwischen zwei Jugendlichen, die dieselbe Leidenschaft für die Graffiti-Kultur verbindet. Jérémie Egry und Aurélien Arbet entwerfen ihre ersten Logos am Computer und bringen sie auf t-shirts an. Der eine kommt aus der Grafik, der andere von den Beaux-Arts; seit 2000 arbeiten sie gemeinsam zwischen Paris und New York.
Vor Études steuert das Duo bereits Hixsept, eine selbstbewusste Streetwear-Brand, und JSBJ — « Je Suis une Bande de Jeunes » — einen Verlag. Études Studio entsteht im September 2012 aus der Verschmelzung dieser drei Aktivitäten – Verlag, Ready-to-Wear und Art Direction – als Produktdesigner José Lamali zum Tandem stößt. Zwei Jahre später wird das Haus in den offiziellen Kalender der Paris Fashion Week aufgenommen und Finalist des ANDAM-Preises. Anfang 2025 verlässt José Lamali die Marke nach mehr als zehn Jahren: Arbet und Egry übernehmen die künstlerische Leitung wieder zu zweit, in der ursprünglichen Duo-Struktur.
DIE ZWÖLF STERNE, EINE SIGNATUR, DIE ZUM MANIFEST GEWORDEN IST
2013 interpretiert das Kollektiv die europäische Flagge auf einer Reihe von Sweat-Pieces neu. Das Motiv mit den zwölf Sternen wird die Kollektionen nicht mehr verlassen: Saison für Saison findet es sich auf Sweatshirts, Caps und t-shirts wieder. Indem sich Études dieses Emblem aneignet, bekennt das Label seine Werte des Multikulturalismus statt eines bloßen grafischen Effekts.
Ein weiterer grundlegender Ansatz: Die Marke entwirft seit Beginn genderneutral. Obwohl sie im Herrenkalender eingetragen ist, ließ sie schon lange vor dem offiziellen Launch ihrer Damenlinie 2017–2018 Frauen über den Runway laufen. Die Fits, von der weiten Hose bis zum Oversize-Hemd, lassen sich gleichermaßen tragen.
EIN VERLAG, DER KLEIDUNG MACHT
Études ist nicht nur ein Pariser Streetwear-Label. Es ist gleichzeitig ein Fotoverlag, ein Kreativstudio und eine Ready-to-Wear-Marke — und wie Jérémie Egry erklärt, verschafft ihnen diese verlegerische Aktivität einen ständigen Blick auf die Kunstszene. Daher eine Liste an Kollaborationen, die in der Mode einzigartig ist: Mark Gonzales, Gus Van Sant, Robert Crumb, Henry Taylor, Dike Blair, der Nachlass von Keith Haring, die New York Times oder auch die Anti-Atomkraft-Bewegung Smiling Sun. Auf Markenseite hat das Kollektiv mit adidas, Karl Kani und Starter zusammengearbeitet .
Die daraus entstehende Garderobe bleibt schlicht: schwerer Jersey, Merinowolle, roher denim, technisches Nylon bei den Jacken, und dieses im Siebdruck aufgebrachte »É«-Logo, das ausreicht, um ein Piece aus zehn Metern Entfernung zu erkennen. Eine minimalistische Formensprache, die Études ganz natürlich neben AMI Paris und Arte in einer Garderobe einordnet und sich sowohl mit einem weißen Leder-Sneaker als auch mit einem Paar Clarks Wallabee tragen lässt.
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